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Rosmarin

Lieben Sie den Geruch von Rosmarin auch so? Dabei werden sofort die Erinnerungen an Italien- oder Griechenlandurlaube wachgerufen. Kaum ein Gewürz ist so mit der Mediterranen Küche verbunden wie Rosmarin.

Wenn eine Pflanze so stark riecht hat, dann stecken zumindest ätherische Öle darin. Und Rosmarinus officinalis ist eine typische Ätherisch-Öl Droge. Der immergrüne, stark duftende Strauch ist eine sehr artenreiche Pflanze und bildet je nach Lage und Subklima auch verschiedene Inhaltsstoffe aus, die sich dann in Wirkung und Duft deutlich unterscheiden, gerade beim ätherischen Öl. Aber auch  Gerbstoffe wie die Rosmarinsäure, Bitterstoffe und Flavonoide finden sich in diesem Vertreter der Familie der Lippenblütler, der im Frühsommer mit seinen zarten blassblau bis rosafarbenen Blüten so manches Gärtnerherz höher schlagen lässt.

Bei den Hauptanwendungsgebieten von Rosmarin muss man unterscheiden zwischen der wissenschaftlich belegten Wirkung und der volksmedizinischen Anwendung:

Einerseits kennen wir seine hautreizende und durchblutungsfördernde Wirkung und andererseits die krampflösenden Eigenschaften des Rosmarins, daraus ergeben sich

äußere Anwendungen bei rheumatischen Erkrankungen, zur Durchblutungsanregung und bei Kreislaufbeschwerden

Innerlich schätzt man ihn bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Völlegefühl oder leichten Krämpfen des Magen Darm-Trakts oder der Galle, aber auch bei Schwäche- und Erschöpfungszuständen, wie sie bei niederem Blutdruck beispielsweise vorkommen können.

Das heißt aber nicht, dass Menschen mit hohem Blutdruck keinen Rosmarin essen sollen. Im Gegenteil:

Rosmarin als Gewürz ist überhaupt kein Problem – das sollte jeder genießen, ob jetzt beim Brathuhn oder beim Grillen: entweder Rosmarinzweige auf die heiße Glut legen oder die verholzten Teile als Spieße verwenden, das verleiht jedem guten Stück Fleisch eine zarte mediterrane Note.

Darüber hinaus zeigen verschiedene Testmodelle, das Rosmarin den Blutdruck senkt, indem er die Gefäße weit stellt, gleichzeitig stärkt er jedoch auch die Schlagkraft des Herzens, was die stärkende Wirkung bei den Kreislaufbeschwerden erklärt.

 

Arzneilich verwendet man die Rosmarinblätter in Form von Tee: selten alleine, aber oft zu finden in Mischungen gegen Kreislaufbeschwerden  mit Melisse, Weißdorn oder auch Schafgarbe und Wermut, wenn sich zu den Kreislauf Problemen auch Magen-Darmkrämpfe oder Appetitlosigkeit einstellen

Bekannt ist auch der Rosmarinwein, den man leicht selbst herstellen kann. Dazu werden einige Zweige (20g) in 1 Liter guten Weißwein gegeben, gut verschlossen an ein sonniges Plätzchen gestellt, und die nächsten 5 Tage einmal/Tag umgeschüttelt, danach abseihen – und wer sich müde und abgespannt fühlt darf 1-2 mal tägl. 1 Stamperl davon trinken. Der Rosmarinwein gilt in Griechenland als Aphrodisiakum – nicht umsonst greift der Grieche, wenn er verliebt ist, gerne zu einem Gläschen oder zwei davon…

Als Badezusatz belebt er die Lebensgeister, aber bitte nicht abends anwenden! Dazu Rosmarintee abkochen, 30 min. ziehen lassen und in die Badewanne leeren.

 

Das Rosmarinöl in Salben oder Ölmischungen wird gerne bei Muskel und Gelenkrheumatismus zur Durchblutungsförderung angewendet und ist ein gutes Beispiel dafür wie wichtig die richtige Anwendung ätherischer Öle ist, wenn die Inhaltsstoffe variieren können:

Rosmarinöl mit  mehr Cineol ist ein Duft der Lebensgeister weckt und eine ideale Hilfe für Morgenmuffel und alle Menschen mit niederem Blutdruck

Wird jedoch Rosmarinöl mit einem höheren Campferanteil verwendet, so ergibt dies ein tolles Herz-Schmerz-Muskelöl, welches  besonders in der Kombination mit Lavendel  gut entspannt und bei z.B. Sportverletzungen schmerzstillend wirkt.

 

Für Schwangere und Kleinkinder sind Zubereitungen aus Rosmarinblättern eher nicht geeignet und generell sollte ätherisches Rosmarinöl innerlich nur zurückhaltend verwendet werden – bei Überdosierung kann es zur Reizung des Verdauungstraktes und Entzündung der Nieren kommen, ebenso sollten Bluthochdruckpatienten darauf verzichten.

Der Rosmarin hatte und hat in der Volksmedizin seinen festen Platz. Er riecht beim Verbrennen ähnlich wie Weihrauch und galt schon in der Antike als „Weihrauch der Armen“, aber auch als starkes Heilmittel und magisches Kraut, deswegen flochten ihn die Römer in die Siegeskränze der Gladiatoren.

Zur Zeiten der Pest nutzte man Rosmarin zusammen mit Lavendel und Zitrone vor Ansteckung und Desinfektion und auch heute noch empfehlen ihn kräuterkundige Menschen gerne als Tee und Weinauszug  bei Appetitlosigkeit, Husten, Nervenentzündungen, Nervosität und Konzentrationsschwierigkeiten, Herzbeschwerden oder Blasenleiden.

Interessant: Rosmarinschnaps täglich auf die Kopfhaut einmassiert gilt als Haarwuchsmittel und last but not least – der Rosmarin als „Hochzeitsbleaml“ darf in keinem Brautstrauß fehlen als Symbol für Liebe und Treue aber auch Vergänglichkeit…

 

Mag.pharm. Irina Schwabegger-Wager

     


  




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